Die Gründung folgte einer bis heute aktuellen Idee: Unternehmen, die Produkte und Technologien für die lebenswissenschaftliche Forschung entwickeln und anbieten, benötigen eine gemeinsame Plattform für ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen. Gleichzeitig sind Life Science Research und Diagnostik technologisch eng miteinander verbunden. Unter dem Dach des VDGH reicht das Spektrum damit von Technologien für die Grundlagenforschung bis zu Testsystemen für die medizinische Diagnostik.
„Als die Fachabteilung gegründet wurde, standen viele Technologien, die heute den Forschungsalltag prägen, noch ganz am Anfang“, sagt Dr. Anette Leue, Vorsitzende der Fachabteilung Life Science Research im VDGH. „Seitdem sind Analysen immer präziser und umfassender geworden: Wo früher beispielsweise Gewebe als Ganzes untersucht wurde, ermöglichen moderne Verfahren heute Analysen bis auf die Ebene einzelner Zellen. Gleichzeitig erfassen Multiomics-Ansätze immer mehr biologische Ebenen und führen sie zusammen. Diese Entwicklung eröffnet der Forschung völlig neue Möglichkeiten.“
Von der Forschungstechnologie zur Standortpolitik
Mit dem technologischen Wandel haben sich auch die Themen der Fachabteilung weiterentwickelt. Neben einer langen Tradition in der deutschen Marktbeobachtung und der stark von Wandel geprägten Kundenkommunikation, stehen heute unter anderem Forschungsförderung, Nachwuchsgewinnung sowie die politischen Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation im Mittelpunkt.
Konkrete Serviceleistungen wie der KI-basierte FundFinder erleichtern den Unternehmen die Recherche nach europäischen Forschungsförderungen. Mit den LSR-Aktionstagen für Berufe macht die Fachabteilung zudem Berufsperspektiven in der Life-Science-Research-Industrie sichtbar und bringt Unternehmen mit Nachwuchskräften aus deutschen Hochschulen zusammen.
„Die Verbindung von Life Science Research und Diagnostik ist eine Besonderheit des VDGH“, sagt Dr. Martin Walger, Geschäftsführer des Verbandes. „Viele Innovationen, die später in der medizinischen Versorgung ankommen, haben ihren Ursprung in der lebenswissenschaftlichen Forschung. Beide Industriebereiche gemeinsam zu vertreten, ermöglicht uns einen breiten Blick auf die Bedingungen, unter denen Innovationen entstehen.“
Forschungsstandort im Blick
Im Jubiläumsjahr richtet die Fachabteilung ihren Blick nach vorn. Neue biotechnologische Verfahren, Big-Data-basierte Forschung und Künstliche Intelligenz eröffnen weitere Möglichkeiten für die Life Sciences. Gleichzeitig entscheidet sich im politischen Umfeld, wie attraktiv Deutschland und Europa künftig für Forschung und industrielle Innovation bleiben.
„Technologien werden sich weiterentwickeln und neue Forschungsfelder eröffnen“, so Leue. „Entscheidend ist, dass Deutschland ein Standort bleibt, an dem aus wissenschaftlichen Ideen Innovationen entstehen können. Dafür brauchen wir gute Forschungsbedingungen für die Lebenswissenschaften und einen engen Austausch zwischen Wissenschaft, Industrie und Politik.“
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