Stellungnahme des VDGH und weiterer Verbände Zum Kommissionsvorschlag zur Änderung der MDR und IVDR vom 16.12.2025

Die Umsetzung der (MDR und) IVDR hat die Branche in den letzten Jahren vor erhebliche Herausforderungen gestellt – nicht, weil die Ziele falsch waren, sondern weil Komplexität, Unvorhersehbarkeit und die Belastung im System zu groß geworden sind.

Der am 16. Dezember 2025 vorgelegte Kommissionsvorschlag zur Änderung der (MDR und) IVDR wird vom VDGH und den unterzeichnenden Verbänden daher grundsätzlich positiv bewertet. Er enthält zentrale und dringend notwendige Maßnahmen, um die Funktionsfähigkeit des europäischen Marktes zu sichern, Innovationshemmnisse abzubauen und die Versorgungssicherheit zu stärken. Eine zügige Verabschiedung ist entscheidend, um bestehende Engpässe und Wettbewerbsnachteile nicht weiter zu verschärfen.

 Der VDGH hat dabei ein besonderes Augenmerk auf die spezifischen Belange der Diagnostica-Industrie gelegt: In drei Positionspapieren adressiert der VDGH konkrete IVD-spezifische Anpassungs- und Präzisierungsbedarfe am Kommissionsvorschlag, die wir der Bundesregierung für ihre Ratsposition empfehlen. Erstens braucht es einen praxistauglichen Orphan-IVD-Rahmen, der Diagnostika für seltene Erkrankungen langfristig auf dem EU-Markt hält. Zweitens dürfen terminologische Änderungen keine unverhältnismäßigen globalen Neuzulassungspflichten auslösen, wenn sich am Produkt selbst nichts geändert hat. Drittens müssen routinemäßige Blutentnahmen in IVDR-Leistungsstudien klar als risikoarme Standardmaßnahmen eingestuft werden – andernfalls drohen unnötige bürokratische Hürden, die klinische Forschung verlangsamen und Europa als Studienstandort schwächen.

In aller Kürze: Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) 

Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von mehr als 100 in Deutschland tätigen Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 6,2 Milliarden Euro im Jahr 2025. Sie stellen Untersuchungssysteme und Reagenzien zur Diagnose menschlicher Krankheiten her, mit denen ein Umsatz von mehr als 2,4 Milliarden Euro erzielt wird, sowie Instrumente, Reagenzien, Testsysteme und Verbrauchsmaterialien für die Forschung in den Lebenswissenschaften, mit denen ein Umsatz von 3,8 Milliarden Euro erwirtschaftet wird.

www.vdgh.de

Ihr Pressekontakt

Torsten Kiesner

Presse und Kommunikation

+49 30 200 599-43