Stellungnahme der LSR Ja zu einer europäischen Life Science Strategie

Forschung und Entwicklung sichert den Wirtschaftsstandort Europa im internationalen Wettbewerb. Gerade in Zeiten einer Rezession ist die Finanzierung von Forschung und Entwicklung elementar, um mit Inventionen und Innovationen Schwung in die Wirtschaft zu bringen und im internationalen Technologiewettbewerb mit China und USA einen Spitzenplatz einzunehmen.

Hierfür setzen sich der VDGH und die LSR ein:

Europa als weltweit führende Region in den Lebenswissenschaften ausbauen

  • Unterstützung der lebenswissenschaftlichen Forschung durch stabile öffentliche und private Investitionen in der gesamten EU. Nur so können neue Biomarker erschlossen werden!
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für die klinische Forschung und die Digitalisierung.
  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie, KMU und Start-ups.
  • Förderung der technologischen Souveränität zur Therapie und Diagnostik.Offene Türen für internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Produktion und Lieferkette

  • Rasche Investitionen in die Produktionskapazitäten für Arzneimittel und Diagnostika in der EU.
  • Sicherstellung stabiler europäischer Lieferketten für kritische Produkte.
  • Beibehaltung eines innovationsfreundlichen Ansatzes zur Therapie für Patienten mit seltenen Krankheiten.
  • Fokus auf die Förderung von Gen- und Zelltherapien made in Europe.
  • Verringerung der Abhängigkeit von Nicht-EU-Ländern durch strategische Verlagerung der GenerikaProduktion zurück in die EU (z. B. für Antibiotika).

Digitalisierung, KI und datengetriebene Innovation:

  • Umsetzung des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) zur Förderung der Forschung.
  • Nutzung von KI und Big Data für neue Medizinprodukte und Therapeutika.
  • Verbesserung der Dateninteroperabilität zwischen den EU-Mitgliedstaaten.
  • Bessere Nutzung/Verfügbarkeit sekundärer medizinischer Daten (Patientendaten) für Forschung und Innovation (unter Beibehaltung ausreichender Datenschutzanforderungen).

Nachhaltigkeit und grüne Innovation:

  • Unterstützung der klimaneutralen Produktion in der Gesundheitswirtschaft.
  • Förderung nachhaltiger Kreislaufwirtschaftsmodelle in der Medizintechnik.

Wettbewerbsfähiges Geschäftsumfeld:

  • Entwicklung von Steueranreizen für Investitionen in Lebenswissenschaften.
  • Verbesserung der öffentlichen und privaten Finanzierungsmöglichkeiten für KMU, Start-ups und Scale-ups (z. B. für die Umsetzung von Grundlagenforschung in Innovation).
  • Integration der Gesundheitswirtschaft in die industrielle Strategie der EU.
  • Stärkung der EU als Exportzentrum für das Portfolio der Gesundheitswirtschaft.
  • Gewährleistung eines wettbewerbsfähigen IP- und Patentschutzes in der EU.

Zusammenfassung

Europa braucht eine starke, langfristige EU-Strategie für Lebenswissenschaften als Teil seiner Agenda für die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Wir fordern gezielte Maßnahmen in den Bereichen Regulierung, Wirtschaft und Forschung, um Innovation und Widerstandsfähigkeit zu stärken. Ein gemeinsames Vorgehen von Politik und Industrie ist unerlässlich, um Europas Zukunft als wettbewerbsfähiger Standort für Lebenswissenschaften zu sichern.

Ansprechperson

Dr. Carolin Schächterle

Leiterin Fachabteilung Life Science Research

Verband der Diagnostica Industrie e. V.
 

In aller Kürze: Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) 

Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von mehr als 100 in Deutschland tätigen Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 6,2 Milliarden Euro im Jahr 2025. Sie stellen Untersuchungssysteme und Reagenzien zur Diagnose menschlicher Krankheiten her, mit denen ein Umsatz von mehr als 2,4 Milliarden Euro erzielt wird, sowie Instrumente, Reagenzien, Testsysteme und Verbrauchsmaterialien für die Forschung in den Lebenswissenschaften, mit denen ein Umsatz von 3,8 Milliarden Euro erwirtschaftet wird.

www.vdgh.de

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