Die Corona-Pandemie stellt die Weltgemeinschaft vor immense Herausforderungen. Es geht darum, durch eine gesicherte medizinische Versorgung die gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie in Schach und zugleich die Schäden für das Wirtschaftsleben und unseren Wohlstand so gering wie möglich zu halten. Deshalb müssen alle Maßnahmen der Pandemiebekämpfung darauf geprüft werden, ob sie das Infektionsgeschehen eindämmen können und welche möglichen ökonomischen Nachteile entstehen.
Es bedarf einer besonders guten bundesweiten Koordination bei den Maßnahmen der Pandemiebekämpfung, die in der Zuständigkeit der Bundesländer liegen. Die industrielle Gesundheitswirtschaft sollte in diesen Dialogprozess eingebunden werden.
Die Umsetzung der nationalen Strategie eines umfassenden und zielgerichteten Testens ist überhaupt nur durch gemeinsames Handeln der medizinischen Labore und der Diagnostika-Industrie möglich. Die Partnerschaft zwischen Laborärzten und Diagnostika-Industrie hat sich auch in der Pandemie bewährt. Maßnahmen, die diese Partnerschaft durchkreuzen, sind kontraproduktiv und stellen letztlich ein Risiko für die erfolgreiche Pandemiebekämpfung dar. So haben undifferenzierte Beherbergungsverbote zwischenzeitlich die Arbeit von Servicetechnikern und Applikationsexperten bei der Errichtung, Installation und Wartung der dringend benötigten Testinfrastruktur in den Laboren unnötig erschwert.
COVID-19-Schutzimpfungen sind der allseits erhoffte Weg aus der Pandemie und hin zu einer neuen Normalität. Der Impferfolg kann nicht allein an dem Anteil Geimpfter in der Bevölkerung festgemacht werden. Wie stark ist der Schutz durch eine Impfung? Wie lange hält er an? Muss nachgeimpft werden und wann? Auf diese Fragen, die jedermann und Impfskeptiker vielleicht besonders interessieren, können Laborwerte Antworten geben. Die dadurch erzielbare Evidenz sollte so bald wie möglich genutzt werden.
Globale Lieferketten und eine internationalisierte Wertschöpfung haben sich in Pandemiezeiten als teilweise anfällig erwiesen. Es wäre das falsche Konzept, einer globalisierten Wirtschaft eine Absage zu erteilen und in ökonomische Kleinstaaterei zurückzufallen. Vielmehr bedarf es ihrer Festigung. Zugleich gilt es, den Standort Europa für Medizintechnik zu stärken (Innovation, Bürokratieabbau, Digitalisierung) und unabhängiger zu machen.