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Antibiotika: Präzise Diagnostik verhindert Resistenzen

Berlin, 18.11.2016 - Zum europäischen Antibiotikatag am 18. November weist der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) auf die Bedrohung durch zunehmende Antibiotikaresistenzen hin. Nach Schätzungen der WHO sterben jährlich 700.000 Menschen weltweit durch resistente Keime. Der unsachgemäße Einsatz von Antibiotika fördert die Resistenzbildung, die Heilkraft vieler Antibiotika geht damit verloren.

„Vor jeder Therapie steht die Diagnose. Dies gilt in besonderer Weise für den flächendeckenden Einsatz von Antibiotika“, informiert Dr. Martin Walger, Geschäftsführer des VDGH. „Bereits die Unterscheidung zwischen bakterieller und viraler Infektion verringert den unsachgemäßen Einsatz von Antibiotika erheblich. Die genaue Erregeridentifizierung und eine Resistenzprüfung (Antibiogramm) sind weitere sinnvolle Schritte.“ Labortests und in zunehmendem Maße auch Schnelltests im Präsenzlabor des niedergelassenen Arztes ermöglichen eine verlässliche Aussage, ob die Antibiotikagabe erforderlich ist. Die Diagnostika-Industrie erforscht und entwickelt neue Technologien, die auch eine weitere Verkürzung bis zum Vorliegen des Testresultats bewirken.

„Die meisten Antibiotikaverschreibungen finden in der hausärztlichen Versorgung statt. Deshalb müssen die erforderlichen diagnostischen Leistungen dort abrechenbar gemacht werden“, unterstreicht Walger. Der VDGH begrüßt, dass der Gesetzgeber mit dem Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG) die Erstattungssituation für Diagnostika in der vertragsärztlichen Versorgung verbessern will. Der Verband sieht darin ein wichtiges Element in der Strategie zur Bekämpfung von Resistenzen. Über die Aufnahme geeigneter und wissenschaftlich anerkannter Tests in den EBM berät die Selbstverwaltung jedoch seit 10 Jahren ohne Ergebnis. „Wir brauchen den Schub des Gesetzgebers und zeitliche Vorgaben für eine rasche Entscheidung“, so der VDGH-Geschäftsführer. „Mit der Erforschung neuer Antibiotika und der Weiterentwicklung der Labordiagnostik liefern die Arzneimittelhersteller und die Diagnostika-Industrie die entscheidenden Bausteine zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen“, erklärt Walger.

Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von 100 in Deutschland tätigen Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von rund 4 Milliarden Euro. Sie stellen Untersuchungssysteme und Reagenzien zur Diagnose menschlicher Krankheiten her, mit denen ein Umsatz von 2,2 Milliarden Euro erzielt wird, sowie Instrumente, Reagenzien, Testsysteme und Verbrauchsmaterialien für die Forschung in den Lebenswissenschaften, mit denen ein Umsatz von 2 Milliarden Euro erwirtschaftet wird.


Rückfragen an:
Gabriele Köhne
Leiterin Presse und Kommunikation
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VDGH - Verband der Diagnostica-Industrie e. V.
Neustädtische Kirchstr. 8
10117 Berlin
E-Mail: koehne@vdgh.de
Internet: www.vdgh.de

PM_VDGH_zum euroäischen Antibiotikatag_18112016 | pdf | 71 KB