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IPF: Check-up 35 um Screening auf Hepatitis ergänzen

Berlin - Ein Screening auf Hepatitis B und C im Rahmen des Check-up 35 kann wesentlich dazu beitragen, mehr Patienten mit chronischer Leberentzündung zu erkennen und zu behandeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Universitätsklinikums Leipzig, der allgemeinärztlichen Praxis Dr. I. Wolffram und des LADR Fachlabors, sagt Prof. Jan Kramer, Facharzt für Laboratoriumsmedizin und Mitglied des IPF-Beirats.

Hepatitis

Grafik: Infozentrum für Prävention und Früherkennung, www.vorsorge-online.de

Über ein Jahr lang wurden 20.000 Patienten auf Hepatitis-Infektionen untersucht. „Heute lässt sich eine Leberentzündung durch Hepatitis C in über 90 Prozent aller Fälle heilen“, so Prof. Kramer. „Aber nur wenn deutlich mehr dieser Infektionen möglichst frühzeitig diagnostiziert werden, können diese Patienten von den Heilungschancen profitieren.“

Hepatitis zu häufig unentdeckt

Etwa eine Million Menschen leiden in Deutschland unter einer Hepatitis-Infektion. Unbehandelt kann diese zu Leberzirrhose, Leberkrebs oder gar zum Versagen des Organs führen. Problematisch: Zu häufig bleibt die Erkrankung unentdeckt und wird chronisch. Den Studienergebnissen gemäß liegt die Zahl der Patienten mit nicht diagnostizierter viraler Hepatitis sogar höher als Experten bisher angenommen hatten. Die Mediziner entdeckten im Rahmen der Studie, dass bei 65 Prozent der Patienten mit im Labor diagnostizierter Hepatitis C diese bis zum durchgeführten Check-up nicht bekannt war. Bei den Patienten mit Hepatitis B lag diese Quote sogar bei 85 Prozent.

Spezifische Laborwerte und gezielte Anamnese kombinieren

Um die Zahl der erfolgreichen Diagnosen zu steigern, reicht es laut Studienautoren nicht aus, den Check-up 35 einfach um die Untersuchung eines eher unspezifischen Leberwertes wie den GPT-Wert zu ergänzen. Zwar steigt das Enzym vor allem bei Leberschäden an. Viele HCV-Infektionen lassen sich aber nicht allein über Leberwerterhöhungen erkennen. So wiesen nur 35 Prozent der Studienpatienten mit Hepatitis C einen erhöhten GPT-Wert auf. Die Mediziner empfehlen daher, gezielte Labortests auf Hepatitis-Viren mit einer ausführlichen Anamnese zu verbinden. Im Arztgespräch lässt sich klären, ob Patienten ein besonders hohes Erkrankungsrisiko durch möglichen Kontakt mit Blut hatten. Das gilt etwa für unsachgemäße Tätowierungen oder Piercings mit unsauberen Instrumenten, der gemeinsame Gebrauch von Spritzen bei Drogenkonsum, Bluttransfusionen vor 1992 und Herkunft aus Ländern mit hoher Hepatitis-Prävalenz. Aber auch im Rahmen von sexuellen Kontakten, insbesondere mit wechselnden unbekannten oder infizierten Partnern, kann es zur Übertragung kommen.

Das Interview mit Prof. Jan Kramer lesen Sie hier.

Grafik als Download

Quelle: IPF-Presseservice vom 27.09.2017, www.vorsorge-online.de