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Gemeinsame Pressemitteilung der DGKL und des VDGH: Schnelle Laborleistungen sind für Krankenversorgung essentiell

Berlin/Bonn, 18.09.2014 - Die schnelle Verfügbarkeit von Laborleistungen sowie die Unterstützung durch Laborärzte bei medizinischen Rückfragen ist der größte Mehrwert, den ein Krankenhauslabor innerhalb der Krankenhausversorgung bietet. Dies ergab eine Studie, die das Deutsche Krankenhausinstitut im Auftrag der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) und dem Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) durchgeführt hat.

Ziel der Studie sollte sein, herauszufinden, welche Bedeutung ein hauseigenes Labor in einem Krankenhaus und die Krankenhausversorgung heute noch hat. In einem mehrstufigen Design wurden eine standardisierte anonyme Online-Befragung von verschiedenen Mitarbeitergruppen des Krankenhauses, Tiefeninterviews mit Ärzten unterschiedlicher Hierarchieebenen und Expertengruppen mit Ärzten aus laborintensiven Fachgebieten durchgeführt. Die breit angelegte Online-Befragung zielte insbesondere darauf ab, die Laborleistungen hinsichtlich der Wichtigkeit und des Umsetzungsstandes im eigenen Krankenhaus zu ermitteln.

„Der Labormediziner vor Ort, der schnell und sachgemäß Ergebnisse liefert und Befunde analysiert und gerade auch in Notfallsituationen unmittelbar vor Ort erreichbar ist, ist für das moderne Krankenhaus ein unschätzbarer Garant für hochqualifizierte Leistungsmedizin“, unterstreicht DGKL-Präsident Professor Dr. Michael Neumaier. Die befragten Ärzte nannten zudem die „medizinische Diagnosestellung“, die „schnelle Diagnose in der Notfallversorgung“ und die „Therapiekontrolle“ als wichtigste Leistungen eines Krankenhauslabors.

So werden der überwiegende Anteil der Untersuchungen der Klinischen Chemie und der Großteil immunhämatologischer Analysen im eigenen Krankenhaus durchgeführt. Auch in der Bakteriologie und Virologie bestätigt ein Drittel der Befragten die Probenbearbeitung im eigenen Haus. Lediglich Analysen der Molekularen Diagnostik und Spezialdiagnostik werden vor allem von kleineren Krankenhäusern häufig fremdvergeben. Allerdings zeigte die Befragung auch, dass die Bedeutung des hauseigenen Labors für Ärzte und medizinische Fachkräfte überwiegend einen höheren Stellenwert hat, als für das Krankenhausmanagement. Dies war aus Sicht der befragten Ärzte vor allem bei weiteren Leistungen des Labors wie aktive Mitwirkung bei der Stufendiagnostik, Standardisierung von Prozessabläufen für häufige Erkrankungen, MRSA-Screening sowie Spezialsprechstunden der Fall: Zwar wurden diese Aspekte als wichtig erachtet, im eigenen Haus jedoch nur ungenügend angeboten bzw. durchgeführt.

„Die Studie bestätigt, dass Laborleistungen nach wie vor ein unverzichtbarer Bestandteil einer schnellen und effizienten Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sind“ sagt VDGH-Vorstandschef Matthias Borst. „Dennoch wird der Kostendruck im Gesundheitswesen auch im Krankenhauslabor spürbar und verleitet zu kurzsichtigen Entscheidungen“, so Borst. „Vor allem der Kampf gegen multiresistente Erreger und Infektionen bleibt eine permanente Herausforderung. Zum einen hat sich in der Praxis längst gezeigt, dass ein MRSA-Screening eine effektive Methode ist, auf schnellstem Wege Kosten im Krankenhaus nachhaltig zu senken“, erklärt Borst. Zum anderen gäbe es neben MRSA noch weitere hochgefährliche multiresistente
Erreger, die ebenfalls unter Kontrolle gebracht werden müssen. „Die Studie zeigt uns deutlich, wo noch Handlungsbedarf besteht“, sagt der VDGH-Chef. „Die Potenziale des Krankenhauslabors in wirtschaftlicher Hinsicht – Erlössicherung durch präzises Kodieren, Optimierung von Behandlungsabläufen, effizienter Arzneimittelgebrauch – müssen noch stärker kommuniziert werden.“

Verbesserungsbedarf wurde hier seitens der Studienteilnehmer insbesondere in der klinikinternen Kommunikation zwischen den Stationen und dem Labor gesehen: So deckte die Umfrage auf, dass Krankenhausmitarbeiter, die im Praxisalltag unmittelbar in der Interaktion mit dem medizinischen Labor stehen – wie z.B. Assistenzärzte und Krankenpflegepersonen – einen größeren Informationsbedarf und einen geringeren Kenntnisstand als Oberärzte und Chefärzte haben. Dabei wünschten sich insbesondere die Assistenzärzte eine Verbesserung der Kommunikation bezüglich neuer diagnostischer Möglichkeiten. Die Studienteilnehmer versprachen sich zudem einen effizienteren Arzneimittelverbrauch, wenn es einen intensiveren Austausch zwischen den Labormedizinern und den internistischen Stationen gäbe. Dies gilt zum
Beispiel in der Transplantationsmedizin für die Immunsuppresiva wie Cyclosporin, Tacrolimus, Sirolimus und Methotrexat, bei den Herzglykosiden bei Digitoxin und Digoxin und auch bei antibiotischen Therapien, wie zum Beispiel beim Vancomycin und bei Carbapenemen.

„In der Zusammenfassung zeigt die wissenschaftliche Untersuchung des Deutschen Krankenhausinstituts, dass die Labordiagnostik als fester Bestandteil in allen Abteilungen eines Krankenhauses integriert ist, sofern vorhanden, und damit als wichtiger Baustein zum Gesamterfolg der modernen Hochleistungsmedizin beiträgt. Die künftigen Aufgaben werden darin bestehen, die Informationskanäle zwischen den einzelnen Fachexperten zu verbessern, damit letztendlich den Patienten eine optimale Diagnostik und darauf aufbauend eine zielgerichtete Therapie ermöglicht wird“, sagt DGKL-Vorsitzender Neumaier.

Die Studie steht zum Download auf der Homepage des Deutschen Krankenhausinstituts, der DGKL und des VDGH bereit.

Pressekontakt:

DGKL
Silke Wiesemann
Tel.: 0228/926895 20
E-Mail: wiesemann@dgkl.de
VDGH
Gabriele Köhne
Tel.: 030/599 200 43
E-Mail: koehne@vdgh.de

Gemeinsame _PM_DGKL_VDGH_zur_DKI -Studie | pdf | 123 KB