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Antibiotika-Resistenzen: "Der Einsatz von Technologie bedeutet (Über-)Leben"

Berlin, 12.11.2018 - "Labordiagnostik ist der stärkste Hebel bei der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen", betont der Geschäftsführer des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH), Dr. Martin Walger, anlässlich des Welt-Antibiotika-Tages am 18. November. Antibiotika als schärfste Waffe im Kampf gegen bakterielle Infektionen werden durch zunehmende Erregerresistenzen stumpf.

Bis zum Jahr 2050 werden 2,4 Millionen Menschen durch Infektionen mit multiresistenten Erregern sterben, warnt die OECD. „Über 290 Millionen Tagesdosen Antibiotika werden pro Jahr allein in Deutschland verordnet – auch wenn dies medizinisch häufig nicht nötig ist. Was wir tun können, ist, Ärzte – besser als früher – in ihrer Therapieentscheidung zu unterstützen“, sagt Walger. Mit Hilfe von Labortests kann zunächst unterschieden werden, ob es sich um eine bakterielle oder virale Infektion handelt. Sind Viren der Auslöser, wirken Antibiotika nicht.

Das Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) ist aus Sicht des VDGH ein wichtiger Schritt, um den Einsatz diagnostischer Tests zur Abklärung einer Antibiotikatherapie zu verbessern. Dennoch geht dem Verband die Umsetzung des AMVSG nicht weit genug: „Arzt und Patient brauchen im akuten Krankheitsfall eine schnelle Entscheidungshilfe, welche Therapie angebracht ist“, so Walger. Dies gilt insbesondere für die hausärztliche Versorgung. Eine Ausweitung der Erstattung auf patientennahe Tests, die gleich in der Arztpraxis eingesetzt werden können, darf nicht auf die lange Bank geschoben werden“, so der VDGH-Geschäftsführer.

Auch im stationären Bereich sieht der Verband dringenden Handlungsbedarf: „Wir begrüßen die bevorstehende Einführung eines eigenständigen OPS-Codes für Panels zur differenzierten Erregerdiagnostik“, sagt Walger. Dann gelte es, die sich daraus ergebenden Anpassungen in den DRGs zügig umzusetzen, um den Einsatz moderner Testverfahren flächendeckend sicherzustellen.

Auch plädiert der VDGH für eine bessere Finanzierung von Antibiotic-Stewardship-Programmen: „Ein Grundproblem besteht in der unzureichenden Erstattung der entsprechenden Tests im derzeitigen DRG-System. Die zugrundeliegende Berechnungsbasis für den Laborteil der DRGs deckt moderne innovative diagnostische Möglichkeiten vielfach nicht ab. Sinnvolle Diagnostik wird daher oft aus Kostengründen nicht durchgeführt“, so Walger. Der VDGH plädiert zudem für die extrabudgetäre Finanzierung von Eingangs- und Entlassscreenings für Risikopatienten: „Der Einsatz von Labortechnologie verringert Resistenzbildung und bedeutet für Patienten (Über-)Leben.“

Der VDGH vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von 100 Unternehmen der Diagnostika- und der Life-Science-Research-Industrie. Sie stellen Untersuchungssysteme und Reagenzien zur Diagnose menschlicher Krankheiten her bzw. Instrumente, Reagenzien, Testsysteme und Verbrauchsmaterialien für die Forschung in den Lebenswissenschaften. Beide Branchen zusammen erwirtschaften einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro in Deutschland.


Gabriele Köhne
Leiterin Presse und Kommunikation
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