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18. März 2016
Präeklampsiediagnostik: Schwangerschaftsvergiftung - Biomarker schaffen Klarheit

Die Präeklampsie, auch Schwangerschaftsvergiftung genannt, ist eines der großen ungelösten Probleme in der Schwangerschaft. Die Diagnose ist schwierig, weil die Leitsymptome - erhöhter Blutdruck und erhöhte Eiweißausscheidung im Urin - auch bei schweren Verläufen häufig fehlen. Umgekehrt können diese unspezifischen klinischen Symptome aber auch durch andere Grunderkrankungen, z. B. eine chronische Nierenerkrankung, verursacht sein.

Zudem ist der zum Teil dramatische Verlauf der Erkrankung mit den bisherigen Mitteln nicht vorhersehbar.

Seit einiger Zeit stehen Biomarker zur Verfügung, die eine erheblich größere Trennschärfe als die bisherige Standarddiagnostik aufweisen. Zudem erlauben die beiden einfachen Tests eine zuverlässige Kurzzeitvorhersage der Erkrankung  und ermöglichen so eine auf das individuelle Risiko angepasste Behandlung. Diese Ergebnisse der PROGNOSIS-Studie sind kürzlich im renommierten New England Journal of Medicine publiziert worden. Die beiden Proteine, aus denen ein Quotient gebildet wird, heißen sFlt-1 (soluble fms-like Tyrosinkinase-1) und PlGF (Placental Growth Factor) und gehören zu den sogenannten Angiogenesefaktoren.

Als Untersuchungsmaterial sollte stets Serum verwendet werden, das nicht länger als 48 Stunden bei 2–8° C gelagert wurde.

EBM-Abrechnung:
Abrechnung nach EBM-Ziffer 32416 (ähnliche Untersuchungen unter Angabe der Art der Untersuchung, 24,90 €).

GOÄ-Abrechnung:
Die Abrechnung erfolgt nach der GOÄ-Ziffer 4069 (29,15 im einfachen Satz bei Einmalbestimmung).

Labortipp Präeklampsie | pdf | 53 KB