Nutzen der Diagnostica
Vorträge und Studien
|
ThemenlisteFolgende Themen wurden bisher auf den funf diesbezüglichen VDGH-Seminaren behandelt:Nutzen der Labordiagnostik
Nutzen der Diagnostik von Helicobacter pylori
Nutzen der Labordiagnostik beim Diabetes
Nutzen im Blutspendewesen, HBsAG und HCV
Disease Management
Einsparungen
StudienEinsparungen in Milliardenhöhe durch Labordiagnostica Eine Kosten/Nutzen-Studie kommt alleine bei drei Einsatzgebieten zu folgenden jährlichen Einsparungsmöglichkeiten:
Zu diesen Ergebnissen kommt eine von dem internationalen Beratungsunternehmen Arthur D. Little durchgeführte Studie und belegt damit, daß durch den gezielten Einsatz von labordiagnostischen Untersuchungsmethoden erhebliche Einsparungen im Gesundheitswesen erzielt werden können. Die Studie wurde im Auftrag des Europäischen Diagnostica-Verbandes European Diagnostic Manufacturers Association (EDMA) durchgeführt und von ihrem Präsidenten, Prof. Dr. Helmut Determann, auf der 22. Internationalen Pharmakonferenz Anfang Juni 1994 in Paris vorgestellt. In Deutschland präsentierte sie einer der Mitautoren, Dr. Thomas Szucs, Anfang Mai 1994 in Bonn auf einem gemeinsam vom Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) und vom Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) durchgeführten Seminar zum "Nutzen moderner Labordiagnostik". Intensivierte Überwachung und Therapie bei Typ-I-Diabetes Anhand detaillierter Berechnungen und Auflistungen der direkten Kosten, siehe Abb. 1, kommt die Studie zu dem Ergebnis, daß bei einer intensivierten Therapie bei Typ-I-Diabetes im Hinblick auf Neuropathien, Nephropathien und Retinopathien eine Nettoeinsparung pro Patient/Jahr von 8.114,-- DM erzielt werden kann. Die intensivierte Therapie ist kosteneffektiv und langfristig sind durch sie auch erhebliche Kostensenkungen durch Minderung des Risikos für Spätfolgen zu erwarten. Diese Einsparung von 8.114,-- DM pro Typ-I-Diabetiker läßt sich zu einem Einsparvolumen im Gesundheitswesen bei genereller intensivierter Therapie von 2,84 Mrd. DM in Deutschland aufaddieren. Es wird davon ausgegangen, daß ca. 4 bis 5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland Diabetiker sind, wovon 10 Prozent Typ-I-Diabetiker sind. Das bedeutet in Zahlen ca. 350.000 Typ-I-Diabetiker in Deutschland. Abbildung 1
Direkte Kosten der intensivierten Therapie
**Krankenhauskosten DM 1.530,00; durchschnittliche Verweildauer 3,4 Tage
Screening auf Hepatitis-C-Virus am Beispiel Frankreichs Durch das Screenen von Blutspenden auf HCV-Antikörper können nach der Studie z. B. in Frankreich 108 Mio. DM im Jahr eingespart werden. Diese Einsparung betrifft nur die reduzierten direkten Krankenhauskosten. Eine Berücksichtigung in monetärer Hinsicht der Aspekte eingeschränkte Lebensqualität, verminderte Produktivität, verminderte indirekte Kosten durch ambulante Behandlung und verminderte indirekte Hospitalisationskosten ist in der Studie mangels konkreter Anhaltspunkte für die finanzielle Bewertung nicht vorgenommen worden, siehe Abb. 2 und 3.
Abbildung 2
Abbildung 3
Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) für trizyklische Antidepressiva In 1992 sind in Deutschland ca. 500.000 Patienten mit trizyklischen Antidepressiva (TCA) wegen einer Depression behandelt worden. Ungefähr die Hälfte der Patienten spricht nicht richtig auf die Standardtherapie an, darüber hinaus ist ein erheblicher Teil unter den Patienten, der die angeordnete Medikation nicht oder nicht im vollen Umfange annimmt. Abbildung 4
Bei einer umfassenden Überwachung mittels einer Messung der Wirkstoffaufnahme im Blut könnten nach der Studie Einsparungen von mehr als 1.460,00 DM pro erfolgreich behandeltem Patienten im Jahr erfolgen, siehe Abb. 4. Das ergebe bei ca. 500.000 Patienten, von denen durch ein Therapieüberwachungsprogramm nach den Erhebungen der Studie ca. ein Viertel erfaßt und richtig eingestellt werden könnten, Einsparungen pro Jahr von 150 Mio. DM. Neben diesen drei konkreten Kosten-Nutzen-Berechnungen legt die Studie dar, daß Labordiagnostica und die Laboratoriumsdiagnostik eine wichtige Rolle beim Entscheidungsprozeß zur medizinischen Therapie, in der Prävention und der Patientenführung spielen und damit eine Basis für bessere Entscheidungen in der Gesundheitsversorgung sind. Übersicht über weitere Veröffentlichungen zum Nutzen der Labordiagnostik In den USA sind von der amerikanischen Gesellschaft für klinische Chemie drei Studien zum Nutzen der Labordiagnostik in Auftrag gegeben worden. Die vorläufigen Ergebnisse wurden Mitte 1995 auf einer Konferenz in Anaheim vorgestellt. (1) Eine Studie befaßte sich mit der Möglichkeit, mittels moderner Amplifizierungsverfahren sehr viel schneller als bisher eine Tuberkulose nachweisen zu können. Das Ergebnis ist eine in vielen Fällen erhebliche Verkürzung der Liegedauer im Krankenhaus. Über Einsparungsmöglichkeiten im Hinblick auf Geld wurde jedoch nichts vorgetragen. Eine zweite Studie befaßte sich mit der schnellen Diagnose von Herzattacken. Nach ihr kann durch den Einsatz moderner enzymatischer Methoden in dem untersuchten Gebiet Virginia Commonwealth eine Einsparung von 1,1 Mio. US $ pro Jahr erzielt werden, was auf die gesamte USA umgerechnet Einsparungen in Höhe von 4,4 Milliarden US $ pro Jahr bedeuten würde. In einer Veröffentlichung vom Januar 1994 (2) kommen andere Autoren zu dem Ergebnis, daß die US-Krankenhäuser bei Durchführung der CK-MB-Untersuchung bei Herzinfarktverdacht jährlich mehr als 182 Millionen US $ sparen könnten, da dann eine unnötige Einweisung von Herzinfarktverdacht-Patienten unterbliebe. Schließlich wurde das Einsparungspotential bei einer generellen Testung des Serum-Albumins bei Patienten untersucht, die sich einer nicht herz-kreislaufbedingten Operation unterziehen. Bei insgesamt 51.215 Patienten kam man hier auf eine Einsparung zwischen 116 und 215 US $ pro Patient. In einer Veröffentlichung aus dem Jahre 1994 wird eine Kosten-Nutzen-Analyse der konservativen Therapie der Gastritis und des Ulkusleidens zur Helicobacter-pylori-Eradikation vorgenommen.(3) Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, daß eine suffiziente ambulante gastroenterologische Diagnostik bessere Behandlungsergebnisse garantiert, mehr Lebensqualität für die Patienten bewirkt und zu Einsparungen von 3,355 Milliarden DM im Jahr führt. In einer Studie, veröffentlicht im Jahre 1993, mit dem Titel "Ist das Untersuchen und der Eingriff bei Mikroalbuminurie bei Patienten mit insulinabhängiger Diabetes sinnvoll?" wird diese Frage eindeutig bejaht und darauf hingewiesen, daß je nach zugrundegelegtem Szenario pro Patient zwischen 800 und 7.700 $ gespart würden.(4) In einer Veröffentlichung aus dem Jahre 1990 (5) errechnen die Autoren, daß bei einer labordiagnostischen Überwachung des Medikamentenspiegels bei Patienten, die mit Aminoglycosiden behandelt werden, die jährliche Einsparung für 500 Patienten 2,22 Milliarden US $ betrüge. In einer anderen Studie aus dem Jahre 1987 (6) errechnen die Autoren sogar ein Einsparpotential von 491.000 US $ pro Patient. In einer Veröffentlichung aus dem Jahre 1988 wird die vorgeburtliche Untersuchung und Immunisierung gegen Hepatitis B einer Kosten-Nutzen-Betrachtung unterzogen.(7) Für die USA wird bei einer jährlichen Geburtenrate von 3,5 Millionen allein aus den Routineuntersuchungen schwangerer Frauen ein Einsparpotential von 105 Millionen US $ errechnet. Hinzu kommt ein Einsparpotential durch das Herausfinden von ca. 140 Fällen von neonataler Hepatitis und 1.400 Fällen chronischer Lebererkrankungen eine weitere Einsparung in Höhe von 765 Millionen US $. Wille (8) stellt in einer Veröffentlichung aus dem Jahre 1989, die sehr ausführlich die Problematik und Schwierigkeiten einer Kosten-Nutzen-Studie und deren Lösungsmöglichkeiten darstellt, am Schluß hinsichtlich eines automatisierten Diagnosesystems für das Labor fest, daß unbeschadet der Notwendigkeit weiterer detaillierter Untersuchungen der gesamtwirtschaftliche Nutzen dieser diagnostischen Innovation die entsprechenden zusätzlichen Kosten weit übersteigen dürfte. Eine neue Studie aus 1995 (9) kommt für Finnland zu dem Ergebnis, daß die Untersuchung aller Schwangeren auf Toxoplasmose, verbunden mit einer Gesundheitserziehung, auch in einem Land mit niedrigem Toxoplasmoserisiko ökonomisch sinnvoll ist. In Finnland würde dies gegenwärtig Einsparungen in Höhe von 2,1 Mio. US $ pro Jahr bewirken.
In Zeiten steigender Ausgaben im Gesundheitswesen aufgrund des medizinisch-technischen Fortschritts und des auch hierdurch bewirkten Altersanstiegs der deutschen Bevölkerung, bei gleichzeitig knapper werdenden Mitteln aufgrund der wirtschaftlichen Lage, stehen alle im Gesundheitswesen Tätigen in der Pflicht, Einsparpotentiale zu identifizieren, damit auch in Zukunft der Bevölkerung eine ausreichende medizinische Versorgung zuteil werden kann. Die Labordiagnostik als wichtige Maßnahme im Rahmen der Prävention, der Krankheitsdiagnose und der Therapieüberwachung kann einen erhebliche Beitrag zur Realisierung von Einsparmöglichkeiten leisten. Durch das Aufzeigen von solchen Potentialen durch den gezielten Einsatz von Labordiagnostik(a) versucht die Diagnostica-Industrie, dieser Verpflichtung nachzukommen. Im Rahmen des Europäischen Dachverbandes "European Diagnostic Manufacturers Association" (EDMA) hat die Diagnostica-Industrie Beispiele aus veröffentlichten Studien zum Einsparpotential durch zielgerichtete Laboratoriumsdiagnostik zusammengestellt unter dem Titel "Die zentrale Rolle des medizinischen Labors im Gesundheitswesen". Kernaussage dieser EDMA-Präsentation ist, daß die Laboratoriumsmedizin eine wichtige Rolle in der Vorsorge, der Diagnose und der Therapiekontrolle spielt. Als Fazit wird festgehalten, daß durch Laboratoriumsuntersuchungen eine Senkung der Folgekosten in vielen Bereichen bewirkt wird. Einige der Präsentationsfolien sind nachfolgend wiedergegeben.
Anhand einer Reihe von Beispielen wird im folgenden diese Aussage untermauert (weitere mit den Themen "Diabetes","Hepatitis C", "Trizyklische Antideppressiva wurden bereits in der Vorauflage der Broschüre "Labordiagnostica und Gesundheit 1995/96 S. 9 ff. behandelt). Durch die Überwachung des Arzneimitteleinsatzes in der Arminoglykosid-Therapie zur Sepsisbehandlung können nach einer amerikanischen Studie 6.648 $ pro Patient eingespart werden.
Auch in der Chlamydiendiagnostik sind erhebliche Einsparpotentiale durch eine gezielte Laboratoriumsdiagnostik möglich. Die Komplikationsrate wird von 3,59 Prozent auf 0,7 Prozent gesenkt.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet der Laboratoriumsdiagnostik ist die frühzeitige Erkennung von Tuberkulose. Hier sind nach einer amerikanischen Studie 200.000 $ pro Krankenhaus im Jahr einzusparen.
Eine herausragende Rolle spielen Diagnostika auch im Bereich der Sicherheit der Blutversorgung. Nach einer Studie in Deutschland sind durch das Screenen von Spenderblut und Blutbestandteilen auf HIV zahlreiche Menschenleben gerettet und das Infektionsrisiko drastisch reduziert worden.
Völlig neue Behandlungsmöglichkeiten sind durch die Entdeckung des Bakteriums Helicobacter pylori ermöglicht worden, der für einen Großteil der Magengeschwüre verantwortlich ist. Hier sind nach neueren Berechnungen allein in Deutschland im Jahr 3,2 bzw. 3,8 Milliarden DM einzusparen, mehr als die gesamte Laboratoriumsdiagnostik im niedergelassenen Bereich die gesetzliche Krankenversicherung kostet.
Auch bei Transplantationen ist die Laboratoriumsdiagnostik unerläßlich. Durch eine labordiagnostisch gesteuerte Optimierung der Immunsuppressionstherapie ist es in den letzten Jahren gelungen, die 1-Jahres-Überlebensquote von 50 Prozent auf 80 Prozent zu steigern.
Neben diesem klinischen und ökonomischen Nutzen wird in der EDMA-Präsentation insbesondere herausgearbeitet, welchen immensen Anteil die Laboratoriumsdiagnostik an der Erhöhung der Lebensqualität der betroffenen Patienten hat. Dieser Effekt ist zwar nur schwer zu messen, sollte jedoch nicht zu Gunsten einer rein monetären Betrachtung vernachlässigt werden. Download der kompletten Folienserie
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
| Letzte Aktualisierung ( Montag, 1. Dezember 2008 ) | sylphen.com |


